Live to tell
„So da wären wir“, präsentierte Nathan mit einem schmunzeln im Gesicht als er auf das Haus vor ihm deutete. „Hier wohnst du?“, fragte Dan. „Ach quatsch, hier wohnt mein Opa. Ich übernachte heute bei ihm.“, erwiderte ich und wollte gerade in den Goodbye Satz einleiten, als Dany noch fragte, ob er noch mit hoch dürfe, er wollte wahrscheinlich nur einen guten Eindruck hinterlassen oder war einfach nur total neugierig, aber ich wollte ihn in dem Moment nicht bei mir haben! Ich wollte nicht, dass jemand einen so tiefen Einblick in mein Leben bekommt, obwohl ich kaum was von ihm weiß und schon gar nicht wollte ich Danyel zeigen, dass ich es nicht so gut habe wie er! Zum Glück sind die Verhältnisse bei meinem Großvater doch noch etwas gehobener und so konnte ich es mit meinem Gewissen vereinbaren, ihn doch mit hoch genommen zu haben.

Als wir oben waren, stellte er sich bei meinem Großvater kurz vor und ich bat ihn doch noch, doch schon einmal seinen Fahrer anzurufen. Solange wir warteten, erzählte mein Opa von früher. Ich konnte nur hoffen, dass er nicht auf meine Eltern zu sprechen kommen würde. Doch dann begann er mit den Worten: „Und Nathan´s Mutter war eine Schönheit.“ Zu meinem Glück, klingelte es in diesem Moment an der Tür und Dan verabschiedete sich bei uns und wünschte noch einen schönen Abend. Ich vermutete, dass er es nicht gehört hatte. „War eine Schönheit“ und im hinausgehen, schwiegen wir uns an. „Telefonieren wir morgen noch mal?“, rief Dany noch aus dem Auto raus und ich schrie nur hinter her „Ja klaro!“ und ging wieder rein. Ich verabschiedete mich bei meinem Opa und machte mich auf den Weg nach Hause, wo ich schon längst hätte sein müssen!

Dort angekommen, versuchte ich unbemerkt in das Haus zu gelangen, damit mich niemand hörte. Doch zu meinem Pech wartete der Hausdrache noch auf mich. Es gab eine kurze Anfuhr und das ich morgen doch mal zum Gespräch runter kommen solle.

In meinem Zimmer hatte ich die Heizung an gelassen und konnte vor Hitze kaum denken. Ich zog mich komplett aus und nahm mir nur eine dünne Decke, damit falls jemand rein käme, nicht meine volle Blöße erblicken konnte und versuchte einzuschlafen. Leider konnte ich mein Fenster nicht auf machen, da sonst die eisige Luft von draußen rein kommen würde und ich sicher eine Grippe davon tragen würde.

Nach zahlreichem hin- und herwälzen, dachte ich noch mal über diesen Tag nach und flüchtete mich in meine Gedanken. Wie angenehm es war im Kino zu dösen und ich erinnerte mich daran, das ich nur die Augen geschlossen hatte und wach war. Wie ich mich an Dany gelehnt hatte, doch die Erinnerung wurde immer nebliger, als ich endlich einschlief.

Am nächsten Morgen kam das Mädchen herein, welches mich noch vor kurzem im TV-Zimmer begrapscht hatte. Noch halbschlafend sah ich ihren Blick, der nicht auf mein Gesicht gerichtet war. Relativ schnell begriff ich, wohin sie geschaut hatte. Die Decke war wohl in der Nacht nach unten gerutscht und gab ihr freien Blick auf meine Blöße. Ich warf ihr einen wütenden Blick zu und bedeckte mich.

„Was willst du“, schnauzte ich sie fast schon an, aber sie schien meine Stimmung zu ignorieren und warf mir ein kokettes Lächeln zu und hielt den Hörer meines Telefons mir vor die Augen.

„Hab dein Telefon gehört und da du nicht ran gingst…“

„Ja ja, und nu verschwinde“, patzte ich sie an. Sie schob ihre Unterlippe vor und schmollte, womit sie noch hässlicher und unattraktiver für mich wirkte. Zu meiner Erleichterung aber ließ sie mich allein. Ich wartete noch bis sich meine Tür schloss und drückte dann den Hörer an mein Ohr. Es war Danyel.

„Oh, doch Glück gehabt. Ich dachte schon du wärst noch bei deinem Großvater“, kam es von dem Blonden am anderen Ende. Ich murmelte nur etwas von ‚früh abgehau’n’ in den Hörer. „Ah okay, sag mal wie viele wohnen bei dir eigentlich zuhause? Hab jetzt glaube ich schon die zweite Person dran gehabt. Wohnst du nicht mehr bei deinen Eltern, denn wie Geschwister hört sich das nicht an.“ Shit, dachte ich nur und wusste nicht mehr was ich dazu sagen sollte.
Nathan am 30.1.07 15:03


Werbung


Das Wort Peinlich drückte nicht einmal annähernd aus, wie er sich fühlte. Nicht unbedingt weil er beim Film eingeschlafen war oder gar dass Nathan dies ebenfalls passiert war. Nein, peinlich war ihm, dass es ihm gefallen hatte. Es war der leichte Druck auf seinem Schopf, die Wärme, die von Nathans Körper ausging und der nach Popcorn riechende süße Atem. All das hatte er so sehr genossen und dennoch seinen Kopf unter dem seinen weggezogen.

Und alles nur wegen den Blicken! Oder eher mehr. Es waren Lucas und Chris, sie sicherlich nur Nathan auf etwas aufmerksam machen wollten aber stattdessen die beiden Jungen so in trauter Zweisamkeit entdeckten, wobei nur noch einer davon dies auf den schlafenden Körper schieben konnte.

Es war der Blick, der ihn an den Zwischenfall im Bad wieder erinnerte und vor allem, dass was Nathan und Lucas von ihm denken würden.

Flashback:

Außer Lucas, Chris und Danyel waren noch zwei andere Jungen in dem Jungen-WC des Kinos. Doch während der eine gerade den Raum verließ, stand der andere mit ihnen an den Urinalen.

Der Junge war nervös und schaute immer wieder zu den beiden Freunden von Nathan rüber und auch Lucas und Chris tauschten Blicke und grinsten dabei. Er wusste nicht, was er daraus schließen konnte oder sollte, aber nahm an, dass sie ihn kannten.

Letztendlich verließ er, nervös wie er immer noch zu den Jungen schaute schnell den Raum und schloss soweit Danyel dies bemerkt hatte nicht einmal seinen Hosenschlitz. Im gleichen Moment begannen Lucas und Chris laut zu lachen.

„Kleine Schwuchtel“, kam es danach gleich von Lucas. Zuerst nahm Dan an, das dies nur eine Beleidigung war und damit nicht eine Abwertung der Sexualität des Jungen gemeint wäre. Er kannte ja immerhin solche Schimpfwörter aus den Staaten zur genüge, wo dies unter Umständen auch mal als Scherz abgetan werden konnte. Doch dies wurde gleich wieder zerstört.

„Hast seinen Blick auf unsere Schwänze gesehen? Der kann es bestimmt auch kaum erwarten sich einen runter zu holen“, sagte nun Chris und klang richtiggehend gehässig.

„Na, so schnell wie er hier raus gerannt ist?“ Die Beiden begannen sich daraufhin abgedroschene Schwulenwitze zu erzählen und mit jedem Wort wurde Danyel unsicherer. Am liebsten wäre er sofort abgehauen, aber betrat statt dessen mit Lucas und Chris wieder das Kino

Flashback Ende


Und hier war er jetzt. Auf der Strasse mit Nathan zu ihm nach Hause, zumindest nahm er das an. Innerlich stritt er mit sich, ob er wirklich mit ihm gehen sollte oder ob es nicht besser wäre, wenn er ihn in Ruhe lassen würde.

Früher oder später würde er ihn doch eh meiden, dachte Danyel. Für den Blonden war klar, dass Nathan die gleiche Meinung hatte von Schwulen wie Lucas und Chris. Dennoch konnte er nicht loslassen und das Gefühl was er vor wenigen Stunden hatte, das Gefühl an ihm angelehnt schlafen zu können und das so zufrieden. Aber unecht, sagte er sich. Nathan wusste nicht einmal was er tut, war wie ein Mantra in seinem Kopf. Tief in Gedanken und die eiskalten Hände in den warmen Hosentaschen vergraben ging er weiterhin neben Nathan daher.
Danyel am 26.1.07 18:17


Wir trafen uns am Kino, wo Dany uns einen ausgeben wollte und gingen zusammen in einen echt geilen Streifen. Vor her noch mit Popcorn und Cola voll getankt und ab in den Saal. Wir schmissen uns in die bequemen Sessel in der vorletzten Reihe, wobei hinter uns nur noch andere etwas ältere Leute saßen. Die Werbung dauerte ellenlang und wir beschlossen vorher noch mal alle auf Klo zu gehen. Erst gingen Dan, Chris und Luc, da wir ja die Sachen nicht unbeaufsichtigt lassen konnten. Als die drei zurückkamen, zog Dany total die Pfanne, „Was’n los? Is was?“ „NEIN!“, bekam ich zurück und machte mir schon beinahe in die Hose, ich versuchte es ein letztes Mal, bevor ich nicht mehr halten konnte und fragte noch mal. „Es ist nicht… na ja… reden wir dann mal ein andern mal drüber, genießt den Film.“ Ich ließ es erst einmal dabei bleiben und ging zur Toilette.

Tief im Stuhl vergraben, sah ich Dan als ich in unsere Reihe wollte, er sah noch immer irgendwie traurig aus und ich wollte eigentlich wissen, was los war, aber ich sprach ihn nicht mehr drauf an und genoss den Film stattdessen, der genau dann anfing, als ich wieder gekommen war. Nach einer guten halben Stunde und dem dazu gehörigem Futtern von Popcorn, merkte ich wie Dany´s Kopf auf meine Schulter rutschte. „Hey Danyel, bleib mal bei dir“, flüsterte ich ihm zu. Ich bemerkte, dass er eingeschlafen war und beließ ihn in dieser Stellung, ohne mir dabei was zu denken. Hinter uns hörte man nur Getuschel, aber das war mir jetzt auch egal.

„Was soll das denn jetzt“, schaute Dany mich verwundert und total verschlafen an. Mit diesem Satz wurde ich aus meinem Schlaf gerissen und merkte, dass ich sicher ein gutes Stück des Filmes verpasst hatte. „Ich schlaf immer bei Filmen ein, sorry!“, flüsterte ich. Dany schaute mich merkwürdig an, hat er verstanden, was ich ihm gesagt habe? Es war gerade nämlich laut geworden. Egal ich kümmerte mich nicht weiter drum, guckte mir den Rest des Filmes an und diesmal ohne einzuschlafen.

Draußen redeten wir noch lang über den Film und Chris lud uns zu seinem Vater ein, dem ein kleiner Pommesstand gehörte, wo wir heute dinieren würden. Ich bemerkte wie Danyel immer wieder die Röte ins Gesicht schoss, wenn er mich ansah und war leicht irritiert. Ich wusste nicht wie ich das nun zuordnen sollte, aber sprach ihn auch nicht darauf an!

„Na schmeckt’s euch Leute?“, fragte der Vater von Chris und fing an ein paar Geschichten zu erzählen wie „Gestern war hier so ein Besoffener vorbei gekommen und ist voll vor den Laternenmast geknallt, das hat gerummst.“, aber schnell wendeten wir uns wieder unsere Themen zu.

„Kann ich dich nach Hause bringen?“, fragte Dan als er und ich uns schon von den beiden verabschiedet haben, da Luc heute bei Chris pennt und der Vater sie mit nach Hause nahm.

„Ähm, nein danke, ich muss noch wo anders hin.“

„Wohin geht es denn?“

„Ach nicht so wichtig“ ich wollte nicht das Danyel mich nach meinem Großvater ausfragte.

„Ja sag doch mal, wir können dich bestimmt auch dort absetzen!“

„Nein, lass gut sein, ist gleich hier vorne.“

„Dann begleite ich dich noch, okay?“ der Junge war echt nicht ab zu schütteln, also gab ich nach.

„Ja dann los, komm wir gehen“, ergab sich Nathan und nahm Danyel mit zu seinem einzig lebenden Verwandten.
Nathan am 24.1.07 19:14


Es erschien ihm zu aufdringlich sofort bei Nathan anzurufen, nachdem er zu Hause angekommen war und er vertreib sich die Zeit damit im Internet herauszufinden, was London an Veranstaltungen oder sonstigem so anbot. Zu finden war eine Menge, aber er entschloss sich schließlich für etwas eher normales, als clubing. Zum einen, da er noch immer nicht sein eigenes Auto fahren konnte und daher sicher nicht von einem Fahrer zu den Clubs von London gebracht werden wollte und zum andern, da er keine Ahnung hatte, was hier angesagt war.

Ohne groß nachzudenken griff er also nach seinem Telefon und wählte die Nummer, die ihm Nathan gegeben hatte. Es klingelte eine Weile und er wollte schon aufgeben, um es später noch mal zu versuchen, als eine ihm unbekannte Jungenstimme am anderen Ende „Hallo“, sagte.

„Ähm… ich glaub ich bin falsch“, sagte Danyel und wollte schon wieder auflegen, als der andere Junge erwiderte und fragte: „Wenn du Nathan wolltest, der ist grad nicht im Zimmer. Soll ich’n hol’n?“ Dumm Frage, wie er fand, aber er beantwortete sie mit einem einfach „Ja“. Der Hörer wurde fast schon schmerzhaft für sein Ohr neben das Telefon geknallt und er wartete ein paar Minuten, ehe er Nathans verschlafen klingende Stimme hörte.

„Sorry, hast du schon geschlafen“, fragte Dan gleich nach dem fragenden „Hallo“ von Nathan.

„Oh Dan, du bist es. Ne ne, nur eingenickt vorm TV.“

„Na dann. Ich habe überlegt, was wir am Wochenende tun könnten und ich dachte da an Kino? Mit deinen Freunden, wenn sie mitkommen wollen.“

„Ich weiß nicht“, erwiderte der Braunhaarige nur und klang etwas unsicher.

„Oh, du hast schon was vor?“

„Nee, das ist es nicht, aber ich bin derzeit etwas knapp bei Kasse und weiß auch nicht, wie es bei Luc und Chris so aussieht.“

„Ach, wenn das das einzige Problem ist, dann lass mich euch einladen“, erwiderte Dan. Nathan nahm es ohne großen Protest an und die überlegte noch gemeinsam am Telefon bei welchem Kino sie sich morgen wo und wann treffen wollten. Auch die Entscheidung welcher Film es sein sollte, wollten sie erst zu viert vor Ort treffen.

Am nächsten Morgen musste er seinen üblichen Wochenendschlaf schon um neun unterbrechen, da er noch seine theoretische Fahrprüfung vor sich hatte. Bereits um 11 Uhr war er wieder zu Hause und hatte zumindest diese nun fehlerfrei bestanden. Fehlte nur noch die Praxis, die am Montagnachmittag stattfinden sollte.

Den Rest des Tages verbrachte er etwas gelangweilt und versuchte seiner Mutter aus dem Weg zu gehen, die für den folgenden Tag ein größeres Dinner für ausgesuchte Angestellte seines Vaters plante und suchte sich auch dann wenig später Kleidung für den Abend heraus.

Pünktlich um halb acht stand er schließlich vorm Cineworld Chelsea und wartete auf die drei Jungen, die nur einige Momente später eintrudelten. Ohne große Vorrede gingen sie die großen Treppen nach oben zum Kino und ließen die Blicke über das Programm wandern. Entgegen der Hoffnung von Danyel, der lieber was lustiges wie ‚Nachts im Museum’ sich angesehen hätte, wurde er in Rocky VI geschleift.

Etwas unangenehm allerdings war ihm, dass wann immer er die Karten, das Popcorn oder die Taccos bezahlt hatte, klopften ihm die Jungs dankend auf die Schulter. Für ihn war so was wie Geld nie die Rede gewesen, denn er hatte von seinen Eltern eigentlich immer bekommen was er wollte. Ob ein neuer PC fast jedes Jahr, die Playstations, wann immer es ein neues Model gab oder das teure Auto zu seinem 16. Geburtstag. Vielleicht lag es auch daran, dass in New York alles so anders gewesen war. Denn da hatten er sich und seine Freunde immer mit dem Zahlen abgewechselt, da alle ihre Eltern nicht gerade arm waren.

Er schüttelte die Gedanken von sich und machte es sich beladen mit Getränken und Popcorn in seinem Sitz neben Nathan bequem. Auf der anderen Seite von dem braunhaarigen saßen seine beiden Freunde.

Der Film lief schon eine gute Stunde und Danyel war mehr als langweilig. Mehrmals musste er ein Gähnen unterdrücken und rückte auch immer wieder ungeduldig auf dem gepolsterten Platz hin und her. Was fand man nur an boxenden Kerlen so toll? Und erst recht an einem, der so langsam mal seinen Weg ins Altersheim antreten könnte? Das sich fragend schlief er ein und sein Kopf landete für ihn vollkommen unbewusst auf der Schulter eines gewissen Jungen.
Danyel am 23.1.07 17:17


„Kommst du direkt mit?“, fragte Chris mich, um zur Schwimmhalle zu gehen. „Nein, geh ruhig!“, sagte ich ihm hinter her als er seinen Weg bereits um die Ecke zum Eingang machte. Ich wollte noch auf Dan warten, falls er vergessen hatte wo die Halle war. 5 Minuten waren vergangen und länger konnte ich auch nicht mehr warten. Er ist bestimmt schon dort, redete ich mir auf dem Weg ein.

An der Halle, waren sie gerade damit beschäftigt, hinein zu gehen und sich fertig zu machen. Ich ging mit ihnen und zog mich erst einmal komplett aus, Dany konnte ich trotz alledem nicht entdecken. Hatte er den Weg vielleicht doch wieder vergessen? Komplett nackt standen wir in dem Umkleideraum und machten uns fertig für den Sportunterricht, eine schon oft durch geführte Prozedur, wo niemand mehr was sagte. Früher hatten wir uns oft einen Gag erlaubt, wo noch alles etwas neuer für uns war, jemand anderen nackt zu sehen und haben viel mit unsern Dinger rum gealbert, heute läuft es ab, wie eine Routine.

Unten am Becken standen wir schon alle, als Dany zu uns stieß und sich sofort seine erste Standpauke von unserm Sportlehrer anhören durfte. Er stellte sich neben mich und ich wollte ihm gerade ein paar Infos über den Coach geben, da wurde ich schon auf den Sprungturm zitiert, um unserm „Neuen“ einmal zu zeigen wie man das macht. Ich sprang von ganz oben, hinunter. Danach musste jeder einmal und halt weiteres Training, wie Bahnen schwimmen und einiges mehr.

Nach der Doppelstunde gingen wir sichtlich erschöpft unter die Duschen und wuschen uns das Chlor von der Haut. Dan hatte seinen Spinnt gleich neben meinem, doch wir haben kaum mit einander gequatscht, er war wohl genauso erledigt wie ich und freute sich auf das nun folgende Wochenende. Draußen wartete ich noch eine weile auf Chris, der wieder mal trödelte und unterhielt mich dann doch noch mit Danyel, welcher sich etwas seltsam verhielt und mir nicht in die Augen zu sehen schien. Er fragte nach meiner Telefonnummer und ob ich dieses Wochenende mal Zeit hätte. „Ja klaro, können uns gerne treffen.“ Das fängt ja schon gut an zu laufen, dachte ich. Bald würden wir bestimmt gute Freunde werden, nur von diesem Jason muss ich ihn weg bekommen, aber er findet ihn ja eh nervig.

Im Betreuten Wohnen hatte jedes Zimmer ein Telefon, was wir auch ausgiebig nutzen konnten, also telefonierte ich mit Luc, der heute wieder nicht da war. „Hey, ich dachte du kommst heute wieder zur Schule, was ist denn los?“

„Ach ich fühlte mich dann doch noch nicht so gut, aber Montag bin ich wieder da! Hast du schon was fürs Wochenende geplant?“

„Ich treff mich eventuell mit Dan. Hab ihm heute meine Nummer von hier gegeben und er wollte mal durch bimmeln.“

„Ach der.. und was macht ihr dann so?“

„Ja keine Ahnung, was hast du eigentlich gegen den? Der ist doch total in Ordnung nur weil er Geld hat, heißt das nicht das er ein schlechter Mensch ist!“

„Ja, hast ja recht, aber der erste Eindruck den ich von ihm hatte, war nicht der beste. Vielleicht ist er ja ganz nett. Mal sehen, wie er beim nächsten Mal so drauf ist! Ich muss jetzt auch wieder auflegen, also Bye“

„Okay, Bye.“

Hier im Haus leben noch sieben andere Jugendliche. Fast alle von ihnen sind Waisen, wurden aus dem Haus geworfen oder der Zustand ist einfach unerträglich für sie geworden. Es ist ruhig hier und uns wird dauernd selbstständiges Leben bei gebracht Ein Beispiel dafür ist das Waschen unserer eigenen Klamotten, was ich jetzt auch dringend mal tun sollte. Alles selbst zu organisieren, ist nicht immer leicht. Ich packte einen Riesen Korb Wäsche voll, schleppte ihn zur Waschmaschine im Keller des Hauses, stopfte es in die Trommel und stellte das Programm ein. Ich kroch fast, die Treppen wieder hinauf, weil ich so erschöpft war. Vielleicht lag es daran, dass ich heute noch nichts gegessen hatte, aber ich war so fertig das, ich mich in den Gruppenraum, auf die Couch kuschelte und mit einem Mädel TV glotzte, bis ich schließlich einschlief…

~Halbe Stunde geschlafen~

Ich riss die Augen wieder auf, als ich eine Hand an meinem Po fühlte und eine weiter, die dabei war zwischen meine Beine zu gleiten. Sie gehörten wohl zweifelsfrei dem Mädchen, das mit mir TV gesehen hatte. Rasch drehte ich mich um und schupste sie weg. „Man was soll das denn?“, schrie ich sie an, „Such dir jemand anderen dafür, du billige Schlampe“, danach drehte ich mich um, das Mädchen lief heulend raus und ich hatte endlich meine Ruhe. Ich kannte sie und wusste das sie es fast bei jedem, der hier in der Gemeinschaft lebt oder zu Besuch ist, versucht an zu kommen. „Aber nicht mit mir“, sagte ich entschieden und mit diesem Satz auf den Lippen machte ich die Augen wieder zu und schlief weiter.
Nathan am 22.1.07 18:25


Er war spät dran zum Sportunterricht, das wusste er, als Danyel durch die Gänge, über den Schulhof und schließlich in die riesige Sporthalle der schule rannte. Gerade noch rechtzeitig und ohne Suchen, dank der Führung durch Nathan fand er die Umkleiden für die Jungen und machte sich bereit.

Aus seiner Tasche kramte er die Nummer und den Code für den Spinnt, der ihm hier zugewiesen wurde und fand ihn zu seinem Glück auch ohne Probleme. Dennoch würde er die zeit wohl kaum noch einholen können, denn wie der leere Umkleideraum bewies, waren außer ihm schon alle in der Schwimmhalle zum Unterricht angetreten.

So schnell er konnte, zog er sich komplett aus und suchte dabei die Badehose aus seiner Sporttasche. Schon als er sie angezogen hatte, wusste er, dass es die falsche gewesen war. Er hatte statt seiner bequemen etwas weiten Badehose, die eng anliegende gegriffen. Schon jetzt kam er sich absolut lächerlich darin vor, da er sich damit nackt fühlte, aber ändern konnte er nichts.

Letztendlich seine Klamotten in die Sporttasche und den Spinnt packend und noch ein Handtuch über seine Schulter werfend ging er in die Schwimmhalle. Dort standen seine Mitschüler ebenfalls in Badekleidung um ihren Sportlehrer herum, welcher ein gut aussehender Mann Anfang 40 mit guter Statur war. Er hoffte sich unbemerkt an die Gruppe heran schleichen zu können, aber den Gedanken konnte er gleich wieder streichen, als sich die Augen des Älteren auf die seinen richteten.

„Mr. Richard nehme ich an. Ich hoffe doch, dass sie das nächste Mal pünktlich hier sind, denn sonst können sie sich gleich 10 Runden um die Halle machen, bevor sie auch nur einen Fuß hier rein setzen“, sagte er und machte dann mit seiner rede an die Schüler weiter ohne ihn zu beachten. Mit einem leisen Seufzer stellte er sich schließlich zu Nathan, der bekleidet nur mit einer locker sitzenden Badehose in verschiedenen Blauschattierungen sowie einem verwaschenen Handtuch außen vom Kreis stand.

„Ist der immer so?“ fragte ihn Danyel leise.

„Eigentlich ist Coach McKenzie ganz okay, aber er hasst Zu-Spät-Kommer und…“

„Edmunds, wenn ich rede hältst du deine Klappe! Ich dachte, wir hätten das geklärt. Und nun ab auf den Sprungturm, du kannst unserem Neuen zeigen wies geht“, unterbrach Nathan der Coach und zeigte auf den etwa 10 Meter hohen Turm von dem man in drei unterschiedliche Höhen in das blaue Nass springen konnte.

Nathan warf Danyel einen leicht genervten Blick zu und wanderte zum 10-Meter-Turm und kletterte langsam die Leiter nach oben. Erst zum Absprung für die 3,50m, dann 5m und schließlich kam er ganz oben bei den 10 Metern an. Danyel schaute ihn bewundernd zu. Nicht das er Höhenangst hatte, aber diese Selbstsicherheit mit der Nathan immer höher gestiegen war und schließlich am Rand des Sprungbrettes stand, würde er nie aufbringen können. Und erst recht nicht die Leichtigkeit, mit der Nathan schließlich Absprung und schließlich mit dem Kopf zuerst im Wasser landete.

Sein eigener Versuch wenig später war lediglich vom 3,50m-Brett, da er höchstens bei Besuchen im Schwimmbad in Kindertagen dies getan hatte. Auch hatte er mehr das Gefühl, dass es nicht mehr als eine Wasserbombe war.

Froh alles hinter sich gebracht zu haben, ging er zurück in die Umkleideräume zusammen mit Nathan und stand wenig später unter einer der 5 abgetrennten Duschen und genoss das heiße Wasser.

Mit geschlossenen Augen nach oben schauend und dabei seinen Körper einseifend, um ihn von den Chlorrückständen zu befreien, dauerte es nicht lange bis Gedanken, Bilder und besonders ein Gesicht vor den Augen auftauchte. Schnell schüttelte er den Kopf, um sich davon zu befreien und wusch die Seife von seinem Körper, bevor er mit einem Handtuch um die Hüften die Umkleide betrat.

Sei es nun Pech oder Glück, das konnte er selbst nicht entscheiden, aber wie es schien hatte Nathan seinen Spinnt neben dem seinen und hatte gerade sein Handtuch abgelegt, um jetzt nur noch in Unterwäsche dazustehen. Es war dumm, aber ihm fiel erst jetzt in diesem Moment auf, wie gut aussehend der Junge war und es ließ ihn die Röte in die Wangen treiben. Ohne große Worte und erst recht ohne Nathan anzusehen, zog er sich an und verließ die Umkleiden.
Danyel am 21.1.07 14:43


In der Schule hatte ich Dany gefragt, ob er mal Lust hat mit uns abzuhängen, also mit Chris, Lucas und mir. Er stimmte zu und hinterher warteten die beiden schon auf uns am Haupt-Eingang unserer Schule. Ich hatte ihnen nichts davon erzählt, machte sie erst einmal mit einander bekannt und wir gingen dann zusammen los, zum Einkaufzentrum. Aber Polnischen tag konnten wir heute ja dann leider nicht feiern! Die Beiden sagten nichts dazu, dass ich jemanden dabei hatte, aber wie ich sie kannte, würde das bestimmt noch folgen. Wir schlenderten durchs Center und quatschten unter einander, doch Dan war ziemlich still, ich dachte mir nur, dass er wohl nicht so gesprächig vor Fremden war und beließ es bei dieser These.

Ich schlug vor, dass wir uns mal ein bisschen auf die Bänke setzen. Meistens lachten wir dort dann über die Leute die vorbei kamen, was die Stimmung dann endlich mal auflockerte und wir hatten Spaß zusammen. Die schrecklichsten Ungestalten passierten den Weg vor uns, darunter modische Fehltritte und grauenvolle Frisuren. Luc sagte nach einiger Zeit dann, dass er jetzt los müsse und mich später noch mal anrufen würde.

Als er weg war, trafen wir auf Jason und seine Freundin, die auf Shoppingtour waren. Am liebsten hätte Jason Dan geschnappt und von mir weg gezerrt, doch er wusste sich selber gut zu verteidigen und konterte gegen seine Sprüche, die eigentlich für mich bestimmt waren. Man konnte sagen, dass er mich richtig verteidigte und Jason schaute uns nachdenklich nach, als wir an ihm vorbei gingen.

Dany packte danach erst richtig aus, er war dermaßen genervt von diesem arroganten Arsch, das eine fröhliche Lästerrunde entstand und wir erst mal richtig über ihn herzogen. Dasselbe tat Jason wohl auch bei seiner Freundin, die er wie jede seiner anderen Beziehungen meist nur behielt, bis sie einmal miteinander geschlafen hatte und dann vor seinen Freunden groß darüber herziehen konnte.

Nachdem wir mehrere Stunden im Center verbracht hatten und alle nach Hause gegangen waren, lief ich zu meinem Opa. Es war noch nicht spät und wir schauten uns gemeinsam einen Film an, zwar keinen spannenden aber immer hin mit Cowboys und Indianern. Ich schaute gerne auf die blanken Oberkörper um mal zu vergleichen, denn ich war schließlich nicht gerade untrainiert! Ich schwatzte viel mit meinem Alten und immer noch war unsere Beziehung zu einander wunderbar! Nach ein paar Stunden ging ich nach Hause und, wartete schon auf den Anruf von Lucas.

„Und? Wie findeste den so?“, fragte ich neugierig.
„Ist ziemlich still, findest du nicht?“
„Hinterher ging’s eigentlich, er muss sich erst mal an euch gewöhnen und ist nicht so offen wie ihr beide!“
„Ich find den nicht so gut, kommt der jetzt öfters?“
„Hatte ich mir so gedacht, muss das denn sein?“
„Willst du das nicht?“
„Nicht wirklich, wieso soll da noch jemand dazu kommen, wir haben uns und so einen Schnösel brauchen wir nicht bei uns!“
„Ich finde schon, denn genau das wäre meine Chance mal in einem solchen Haus zu schlafen wie er zurzeit lebt.“
„Ach das steckt dahinter?“
„Ja, aber lass irgendwann anders noch mal drüber reden, okay?“
„Ja geht klar.“
„Bye!
„Bye“, sagte Nathan und legte sein Telefon zurück auf seinen Platz.
Danyel am 18.1.07 18:37


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
Willkommen auf unserem kleinen Storyblog names "Live to tell". Wir freuen uns, dass du hier her gefunden hast. Wenn du mehr wissen willst oder gar nicht weißt, worum es auf einem Storyblog geht, dann schau einfach mal hier nach... More! Refresh Guestbook Send an E-mail Abo Link in / out Credits Kurz gefasst From The Start Die Charaktere Die Autoren Sitemap
Nice Track
Play a Song while you are reading

Musik Tips können gerne Gepostet werden

Our Comment
Vielen vielen Dank, dass ihr uns so häufig besucht und so nette E-mails schreibt, wir haben eine Bitte und zwar suchen wir noch Viele viele Affilates, wenn ihr dazu Lust habt meldet euch mit Button bei uns im Gästebuch Mark


Schaut doch mal hier vorbei und klickt auf fertige <3 wir wuden Reviewed toll wa? und wir haben sau gut abgeschnitten ~wenn ich ma angeben darf~



Gratis bloggen bei
myblog.de