Live to tell
Dan hatte das Gefühl, dass Eliza’s Frage in seinem Kopf wieder und wiederhallte. Bist du schwul bist du schwul bistduschwul? Im gleichen Moment schaute er um sich und fühlte sich von allen Leuten auf der Straße beobachtet. Was eigentlich Unsinn war, denn weder hatte sie die Frage geschrien, noch war jemand in ihrer Nähe gewesen.

„Tut mir leid“, hörte er sie sagen und wie betäubt nahm er die Tüten an sich, die sie ihm in die Hand drückte. Er hatte sie wohl bei dem Schock fallen lassen. Danyel ging gar nicht auf die Entschuldigung ein, sondern sah sie entgeistert an.

„W-wie k-ko-kommst d-du d-da-darauf, d-das…“, er brach ab, als er merkte das er nicht mal ein Wort richtig aussprachen konnte und ließ sich von ihr auf eine Parkbank führen, die gerade von einem älteren Pärchen geräumt wurde.

„Es tut mir wirklich leid. Ich weiß, es geht mich nichts an. Du musst die Frage auch nicht beantworten“, redete sie weiter, während sie sich setzten. Dan nahm sie noch immer nicht richtig wahr. In seinem Inneren drehte sich einfach alles.

Natürlich war er schwul, aber war es schon so offensichtlich, dass eine für ihn eigentlich Fremde es war genommen hatte? Aber wenn sie es wusste, wussten es dann nicht alle? Wobei ihm ‚alle‘ vollkommen egal war und nur… Leise seufzte er auf und fuhr sich mit einer Hand durch seine blonden Haare.

„Wirke ich so?“ murmelte er mehr zu sich selbst, als dass er es zu Eliza sagte.

„Wirkst du wie was? Als würdest du auf Jungs stehen?“ Auf die Frage hin nickte Dan nur. „Ach quatsch! Es gibt dafür kein typisches Verhalten. Wenn man von manchen Leuten allerdings ausgeht, dann würdest du Röcke tragen, dich Schminken, deine Lieblingsfarbe wäre pink und du würdest alles einfach ‚fabulös‘ finden.“

„Aber du…“

„Wie ich dann darauf komme? Na ja, jedes Mädchen wünscht sich so einen besten Freund“, erwiderte sie keck und Dan begann lauthals zu lachen. Diesmal allerdings warf man ihm merkwürdige Blicke zu.

„Oh Gott, du und Mari würdet euch wirklich gut verstehen. Sie hat genau das gleiche zu mir gesagt, als ich mich geoutet hatte.“ Mit einem Mal war die Spannung und Nervosität bei dem Blonden verschwunden und den restlichen Nachmittag verbrachten sie entspannt damit noch einiges ihres ‚hart verdienten‘ Taschengeldes zu verprassen.


Zu Hause war Danyel gerade dabei die Einkäufe in seinem bereits gut gefüllten Kleiderschrank zu verpacken, als sich Nathan meldete. Das überraschte ihn nun schon sehr, da er tagsüber nicht besonders munter gewirkt hatte. Kurz entschlossen lud er ihn erneut ein bei ihm zu Schlafen und auch wenn er Nat was anderes gesagt hatte, so fiel ihm noch nichts ein, was sie machen konnten.

„Letztendlich würde eine meiner Spielkonsolen wohl herhalten müssen“, murmelte er zu sich selbst und räumte den Rest weg. Dann machte er sich an die wenigen Hausaufgaben, die er auf hatte, damit sie den restlichen Abend genießen konnten.
Danyel am 12.8.07 20:15


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Ich konnte mit dem dummen Gefühl nicht umgehen, dass Danny das ganz schön geknickt hatte, wie ich ihn am Telefon angemeckert hatte und wollte es lieber gleich vom Tisch haben, als das noch Tage vergehen bis man sich wieder, ohne ein komisches Gefühl zu haben, unterhalten kann. Ich rief ihn schließlich an und hatte das Bedürfnis, es zu klären! Das klingeln erschien mir endlos, bis er sich dann doch noch meldete. „Ja, hallo?“

„Hey Dan, ich wollte mich entschuldigen, dass ich dich am Telefon so angepammpt hab und inner schule auch nicht wirklich mit dir gesprochen hatte. Es war einfach nur kacke gelaufen und es tut mir leid“, erklärte ich ihm.

„Ja und was war nun vorgefallen oder war das nur so eine Laune?“, fragte er mich.

„Also, das war so: Mir war es zu warm in der Nacht, aber ich konnte mein Fenster nicht öffnen, weil sonst die ganzen Mücken rein gekommen wären, also hab ich mich einfach ausgezogen und nur ein dünnes Laken benutzt und mich dann wieder schlafen gelegt, nur als ich dann morgens ohne Laken aufwachte und Isa mit dem Blick nach unten und dem Telefonhörer mir entgegenstreckend wieder fand, brachte mich das echt auf die Palme und wurde sauer...“, erklärte ich ihm.

„Ja, ist ja schon gut, hast du denn heut noch was vor?“

„Wieso? Hast du was geplant?“, erwiderte ich mit einem Lächeln im Gesicht.

„Komm um 18:00Uhr zu mir und bring Schlafzeug mit, wirst schon sehen was ich mir ausgedacht habe!“

„Okay bis gleich“, klang es noch aus meinem Hörer, als der Blonde schon das Tuten eingeleitet hatte.

Ich hatte wirklich gar keine Ahnung, was er sich da zusammen gesponnen hatte, aber ich konnte mich auf einen tollen Abend in meinem Traum-Haus freuen. Während ich meine Sachen zusammen suchte rief Chris mich an.

„Hey, hast du gleich Zeit? Luc und ich wollen ein bisschen Party machen gehen, denn heute ist Flatrate-Party im ’Coy4’ und Luc hat Kohle bekommen.“, stürmte es aus dem Telefon, bevor ich überhaupt 'Hallo' sagen konnte.

„Es geht heute nicht, sorry!“, sagte ich mit leiser Stimme.

„Wieso wassen los? Hältst wohl nicht durch gegen uns zwei, was?“kam es lachend vom anderen Ende. Da ich keinem von Beiden erzählen wollte, was ich wirklich vorhatte, musste ich mich da irgendwie raus winden. Immerhin hatte ich Dan bereits zugesagt. Also muss wohl eine Notlüge her, dachte ich mir und sagte zu ihm, „Ich penn heute bei meinem Da….Großvater weißt du und deshalb kann ich leider nicht, ich habs dem alten schon zu gesagt und du weißt wie wichtig er mir ist!“

„Ist zwar schade aber okay, dann mal viel spaß, dir.“

„Jo, euch auch, trinkt einen für mich mit“. So wie ich die beiden kannte würden sie (wie ich sonst auch) in totalem Suff enden, wenn es schon alles zu einem einmaligen Preis ist, dann muss auch richtig getrunken werden, sonst lohnt es sich nicht, meinten sie immer.

Als ich meine Tasche fertig gepackt hatte, setzte ich mich noch eine Weile in den Gruppenraum um die Zeit tot zu schlagen, wo wenig später ein Betreuer sich hinzu gesellte. Er fragte mich, ob ich ein Geheimnis behalten könne und nach meinem Nicken erzählte er mir davon, was ihm wie es schien, schon auf den Lippen gebrannt hatte.

„Wir bekommen drei neue Computer mit Internetzugang und allem Zip und Zap, ist das nicht klasse“ Wir redeten noch kurze Zeit darüber bis es Zeit für mich wurde den Bus zu Dan zu erwischen.
Nathan am 16.5.07 15:51


Mit Unmut ließ sich Danyel am nächsten Morgen wieder von dem Chauffeur der Familie zur Schule fahren und seine Laune sank noch mehr ab, als ihn einmal mehr Jason abfing. Mittlerweile war Dan schon der Meinung, der Typ würde mit einer bestimmten Absicht auf ihn warten.

Er war den eingebildeten Schnösel inzwischen einfach nur satt. Daher hörte er ihm auch kaum zu, als der Typ von seinem „geilen Wochenende in den Clubs mit ‘nem Haufen scharfer Mädels“ erzählte.

Ein weiteres Mal zu seiner Rettung, wenn auch heute nur halbherzig, erschien Nathan. Natürlich konnte sich Dan den Kommentar betreffend seines Übernächtigten Auftritts nicht verkneifen und konnte dessen fehlende Begeisterung darauf auch sofort in seinem Gesicht ablesen. Danach hielt er sich lieber zurück und ließ sich wenig später auf seinem Platz neben Jason nieder.

Es war fast schon als hätte er damit den An-Knopf gedrückt, denn wieder begann er von seinem Wochenende, seinen Erlebnissen und seinem Club zu reden. Wie es schien war der Typ nicht nur eitel sondern auch nicht von dieser Welt in Sachen Selbstüberschätzung. Dans Meinung über ihn wurde immer schlechter. Besonders da Jason nicht einmal merkte, während er über sein Lieblingsthema sprach – Sich Selbst – dass Dan ihn ignorierte beziehungsweise nicht mal antwortete oder ihn auch nur ansah.

Von Nathan hatte er den Tag nicht viel zu erwarten, da er mehr oder weniger sein Pult als Kopfkissen benutzte und leise Schnarchgeräusche dabei von sich gab. Kurz überkam den Blonden Nathans kleine Laute als süß zu bezeichnen, aber er schüttelte dies innerlich von sich. Was brachten ihn diese Gedanken auch, Richtete er die Frage an sich selbst. Aber eine Antwort darauf bekam er nicht.

Die restlichen Stunden zogen sich an diesem Montag hin wie Kaugummi und er war erleichtert, als das letzte Unterrichtsklingeln für ihn ertönte. Vor dem Gebäude hielt wie üblich sein Fahrer und wortlos stieg er ein. Jedoch ging es diesmal nicht direkt nach Hause, sondern ins nicht weitentfernte „Shoppingparadies für Kids mit Daddy’s Kreditkarte“, wie sich Eliza ausgedrückt hatte.

Zusammen mit der Rothaarigen durchstreifte Danyel wenig später Covent Garden. Sie hatten gerade einen weiteren Laden und auch nicht gerade wenige Pfund hinter sich gelassen als Dan der neugierige Seitenblick aus den blauen Augen von Eliza auffiel. Er erwiderte ihn mit einer gehobenen Augenbraue und sie senkte im ersten Moment schüchtern den Kopf, ehe sie sich räusperte und ihn mit neuem Mut ihm entgegenstreckte.

„Kann ich dich mal was fragen?“ fragte sie und schien nervös zu sein. Da Danyel keinen Anlass sah, ihr die Bitte abzuschlagen, nickte er ermunternd. „Nimm es nicht persönlich, aber du scheinst gerne zu shoppen, was für einen Jungen ungewöhnlich ist und ich habe mich daher gefragt… also“, begann sie und stockte. Sie atmete noch mal tief durch und startete neu. „Also, wenn es so ist, dann versicher ich dir, dass ich nichts dagegen habe. Ich bin nur neugierig und würde es gerne wissen. Nun ja, dann hätten wir ja auch mehr gemeinsam und…“ wieder stoppte sie. Dan zog seine Stirn kraus, weil er wirklich keine Ahnung hatte, was sie ihm sagen wollte und da sie auch ihr Um-den-heißen-Brei-Gerede nicht fortführte oder vorankam, ergriff er das Wort.

„Ich habe keine Ahnung, was du wissen willst, deshalb spuck es endlich aus“, sagte er mit ‘nem kleinen Lächeln um den Mund. Und wieder atmete sie tief ein und aus, ließ ihre blauen Augen auf die seinen gerichtet und fragte für ihn bei dem Lärm auf den Straßen fast unhörbar: „Bist du schwul?“
Danyel am 20.4.07 16:35


Nach dem Wochenende, wobei ich trotz dem viiiieeeelen Schlaf am Sonntag noch immer die Auswirkungen spürte, wachte ich total zerknittert auf und suchte meinen Wecker, der irgendwo im Zimmer begraben lag und einen Heiden-Lärm von sich gab. Ich hatte ihn die letzten Male durchs Zimmer gepfeffert, als er den Terrorauftrag ~mich zu wecken~ ausführen wollte. Schließlich fand ich ihn unter ein paar dreckigen Shirts und stellte ihn mit Wut im Bauch aus. Ich wollte noch weiter schlafen! Die Uhrzeit sagte mir, dass ich zwar nicht verschlafen hatte, aber ein paar weitere Minuten in den Kissen konnte ich mir auch nicht erlauben.

„Luc? Schläfst du etwa noch? Beeil dich du hast nicht mehr viel Zeit!“ wollte ich Lucas telefonisch nach meinem Erwachen informieren, dass heute Schule ist. „Wer sollte mir sonst meine Krawatte binden“, sagte ich übertrieben fröhlich in den Hörer, als er ein paar Mal gesagt hatte, „Lass mich, ich schwänze heute.“ Doch er ließ sich nicht überzeugen und ich gab schließlich auf.

Meine Sachen anziehend hüpfte ich im Zimmer rum und musste schwer aufpassen, dass ich beim zweiten Hosenbein nicht auf die Nase fiel. Ich musste wohl einen meiner Betreuer fragen, ob er mir das olle Ding binden konnte, wozu ich dann wenig später Tobi überzeugen konnte. Er wohnte seit kurzem als Betreuer bei uns und bisher schien er recht cool zu sein. Nach dem ganzen Fertigmachen und Frühstücken, rannte ich zum Bus, da ich mittlerweile doch spät dran war. Geholfen hatte das ganze Manöver nix, denn verpasst hatte ich ihn dennoch. Jetzt blieb mir nur noch der nächste Bus, welcher einen Umweg über ein paar Sonderschulen machte. Demnach waren darin auch einige Spacken, die ich noch von der Grundschule kannte und nie wiedersehen wollte. Mist, und jetzt saß ich zwischen ihnen.

„Hey Nathan, wie gez wie steht’s, Alter?“ kam es beim schon beim Einsteigen aus einigen Richtungen, aber ich tat so als wäre mein Mp3 Player an, den ich zuvor noch in meine Ohren gesteckt hatte, und würde mich das alles überhören lassen. Wortlos ließ ich mich auf einem Platz nieder und verschwand in meinen Gedanken, dabei hoffend, dass keiner sich zu mir setzen würde oder nur ansprechen. Die meisten von ihnen meinten diese Nettigkeits-Floskel wie „Hay mein alter, wie gez?“ nicht gerade im Guten und hatten, heute wie damals einen rigorosen Hass auf mich. Ich wusste das es totale Assis waren und wollte so schnell wie möglich zu meiner Schule kommen, denn denen würde ich so ziemlich alles zu trauen.

Am Schulgrundstuck konnte ich von weiten schon Dany zusammen mit Jason entdecken, wobei ersterer total genervt schien. Total geschafft und mit schläfrigen Augen ging ich zu ihm und wurde mit einem freudigen „Wie siehst du denn aus?“ begrüßt, was meinen Start in den Tag perfekt machte. Am liebsten hätte ich es in dem Moment Lucas gleich gemacht und weiter unter meiner Decke mich verkrochen. Aber das geht nun nicht mehr und ich war mir sicher ich würde den Schlaf im Unterricht nachholen können. Abwinkend und leicht Dany mit zerrend, damit er von Jason weg käme, ging ich in die Klasse, wo ich mein Kopf nur noch auf den Tisch legte um die… Wie sagt man? ‚Entspannungsübungen; durch zu führen. Dan setze sich auf seinen Platz und ließ mich in Ruhe. Er hatte wohl gemerkt das ich mit allem fertig war.

Ich hatte noch ein paar Minuten bis die Stunde anfing, da der Bus einen kürzeren weg fuhr, hatte ich viel Zeit eingespart, doch trotzdem würde ich ihn weiterhin so gut es geht meiden. Mit einem „Guten Morgen allerseits“ wurde ich schließlich von der Lehrerin aus meinen Träumen gerissen.
Nathan am 16.4.07 17:16


Am nächsten Morgen wartete Danyel nicht lang und griff nach seinem Telefon, um Nathan anzurufen. Es klingelte eine ganze Weile, bevor eine total genervte Stimme ein „Was ist?“ in den Hörer schnauzte.

„Nathan?“, fragte Dan zur Sicherheit.

„Ja, wer ist da“, kam es noch genervter zurück.

„Ich bin‘s, Danyel“, sagte er etwas eingeschüchtert.

„Sorry Dan, ruf später noch mal an“, kam es noch vom anderen Ende und das Tuten zeigte an, dass der Junge einfach aufgelegt hatte.

Das Telefongespräch lag dem Blonden danach schwer im Magen. „Wohl möglich dränge ich mich ihm ja nur auf“, murmelte er vor sich hin, und war nur zu höflich ihm deutlich abzuservieren, überlegte er weiter. Der Gedanke machte ihn traurig und mehr als einmal in den letzten Tagen fragte er sich, was er eigentlich von Nathan wollte.

Einen Freund, um etwas zu Unternehmen? Ja, sicher! Jemand zum reden? Ja, das auch! Einen Freund für… Er stoppte seine Gedanken und versuchte die seltsamen Gefühle in seinem Inneren verschwinden zu lassen. Leider nur gelang es ihm nicht. Immer wieder tauchten vor seinen Augen die Bilder im Kino auf. Es war so schön ihm so nah zu sein, als wäre da mehr als nur der Beginn einer Freundschaft. Sowas wie Verliebtheit.

Ein kurzes ironisches Lachen löste sich aus seiner Kehle. Nathan war sicher als alles andere als schwul oder auch nur bisexuell. Zumindest wenn man seinen Freunden Gehör schenkte. Sicher denkt er über Danyels Sexualität genauso und eine Chance auf irgendetwas mehr als nur Freundschaft wird sich nie ergeben. Und selbst das wäre nicht möglich, wenn Nathan es erfahren würde.

Er fühlte sich total down und deprimiert. Suhlte sich schon in seinem Selbstmitleid, was ihn selbst irgendwie anwiderte. Bevor er also begann die tränentreibenden DVDs seiner Mutter in seinen Player zu werfen, griff er nach seinem Handy und wählte die Nummer von Eliza.

Ein Klingeln war nicht zu hören, sondern nur Justin Timberlakes „What goes around… Comes around“ ehe sich die Stimme des Mädchens mit einem „Hey Danyel“, meldete.

„Hey“, erwiderte der Blonde noch immer etwas geknickt und straffte sich dann etwas, um zumindest normal zu klingen. „Hast du Lust heute was zu unternehmen? Ich muss hier raus bevor mir noch die Decke auf den Kopf fällt“, hörte man ihn schon etwas optimistischer.

„Oh Danke“, kam es fast schon wie ein Befreiungsschrei vom anderen Ende der Leitung, was Dan zum Lachen brachte.

„Ich gehe davon aus, dass die Langeweile sich auch bei dir breit gemacht hat“, sagte er mit gehobener Augenbraue, was sie natürlich nicht sehen konnte.

„Oh ja, ich war soeben schon so weit und wollte mein Lateinlehrbuch von hinten nach vorne lesen.“

„Ich höre schon, das klingt nach einem Fall für das Sondereinsatzkommando zuständig für Unterhaltung.“

„Das kann jederzeit gerne anrücken und mich für die nächste Kamikazemission mitnehmen“, erwiderte sie fröhlich.

„Tja, dann ist jetzt nur noch die Frage, wie du dir die Mission vorstellst“, sagte der Blonde. Noch immer kannte er sich in der Stadt nicht besonders aus und wusste noch weniger, was man hier unternehmen konnte.

„No plan! Wie wärs ansonsten mit einer Stadtrundfahrt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten London’s.“ schlug sie vor.

„Museen, Doppelstockbusse und die Wächter vor dem Schloss Windsor zum Lachen bringen?“, fragte Danyel skeptisch und mit wenig Begeisterung.

„War ja klar, Amis halt. Die kann man nie beeindrucken“ sagte sie scherzhaft. „Meiner Großmutter hat das vor zwei Monaten sehr gefallen, als sie uns besuchte.“ Jeden Kommentar darauf vermied Dan lieber. „Na gut, eigentlich habe ich ja auch gemeint, dir zu zeigen wo die wichtigen Läden sind für Klamotten, Musik und sowas, wenn du interessiert bist und dein Taschengeld noch reichlich vorhanden ist.“

„Es ist Sonntag“, erwiderte Dan nur.

„Musst du mir den Spaß verderben“, seufzte sie theatralisch. „Marks & Spencer‘s sind aber noch auf und ein wenig bummeln ist auch möglich. Aber…“ Eliza war kurz davor den Vorschlag zurück zu nehmen, als ihr Klar wurde, dass sie einem Jungen einen Shoppingtrip angeboten hatte, aber bevor sie das konnte, kam von Danyel schon ein „Ja klar.“ Wenn schon Nathan nicht sein Freund sein würde, überlegte Danyel nach dem Gespräch, hatte er sicher in Eliza einen gefunden.
Danyel am 15.4.07 20:19


Ich versuchte ihn schnell los zu werden und wimmelte ihn mit einem „Du sorry, ich muss weg“ ab. Damit war die Sache auch geklärt. Ich warf mich zurück in mein Kopfkissen und wollte gar nicht glauben, was gerade passiert ist! Nach einiger Zeit zog ich mir die Klamotten an und ging Frühstücken, dabei achtete ich darauf IHR nicht über den Weg zu laufen.

„Hast du heute schon was vor“, fragte ich Dan, als ich ihn später zurück rief. „Ja, meine Eltern geben für seine neuen Angestelltenein Essen und ich muss dabei anwesend sein. Hat aber auch etwas Positives, so sehe ich meinen Vater wenigstens mal wieder!“, sagte er mit einer leicht gehässigen Stimme. „Na gut dann frag ich jemand anderes, Bye.“ Ich blätterte mich durch meine Adressen-Liste und fand niemanden, wo ich jetzt lieber wäre als bei Danyel, was mir eigentlich schon recht komisch vor kam.

Und das im Kino? Was war das nun? Irgendwie ist mir komisch in der Magengrube und ich weiß auch nicht wie ich das jetzt recht verstehen soll. Ich bin schließlich ein Junge!

Das Telefon bimmelte und Lucas sprach ganz aufgeregt rein "du musst kommen, schnell, Einkaufszentrum" und ohne ein weiteres Wort legte er auf und erwartete ernsthaft das ich mich JETZT noch einmal aufraffen würde, um ins Center zu fahren. Schnell eine Jacke übergeworfen und raus aus dem Haus.

Das Center war 10 Minuten von hier und so wie Luc am Telefon klang, schien es ja wichtig zu sein! Schon vom Weiten sah ich riesige Menschenmassen in das Center strömen und von Innen kam laute Musik. Ich suchte nach Luc den ich schließlich oben auf der Brüstung entdecken konnte. Bei ihm angekommen erzählte er mir warum ich hier war, was ich eigentlich schon selber fest stellen konnte. Meine Lieblings Band gab ein Überraschungs-Konzert in unserm kleinen Center, die Vorstellung sollte bis um 2:00 Uhr gehen und für Luc und mich war es keine Frage noch so lange und auch länger (wegen der Autogrammstunde) zu bleiben, obwohl wir am morgigen Tag Schule hatten.

Im Center stieg die riesen Fete, nur an Getränke war schlecht dran zu kommen da es so voll war und wir sowieso kein Geld hatten. Zwischendurch gab es immer mal wieder Pause, in der die Band fragen aus der Menge beantwortete, doch die oberen Ränge kamen nie dran! Um viertel vor Zwei stellten wir uns an die Schlange zum Autogrammtisch, wo manche schon das ganze Konzert über warteten. Sie konnten von dort zwar nichts sehen, doch für ein Autogramm war es ihnen das wert.

Alles war eng an eng gequetscht und wir waren so ziemlich in der Mitte. Hinter mir stand jemand der sich dauernd auf mich stützte und mir an den Arsch fasste, doch es war so gedrungen das ich mich nicht umdrehen konnte, um zuziemlich dicht bei der Leadsängerin dran und lies mir ihr Autogramm auf mein Shirt schreiben. Aus dem Tumult wieder heraus zu kommen war eine andere Sache, denn gerade mal um 4 Uhr morgens hatten wir uns aus dem Einkaufscentrum hinaus gekämpft.
Nathan am 8.4.07 19:10


Danyel war sich nicht sicher, ob er den Schlaf als besonders erholsam bezeichnen konnte, den er in der letzten Nacht gehabt hatte. Nicht das er schlecht war. Eher im Gegenteil, wenn er an den Traum dachte, die seine Boxershorts, welche er in der Nacht trug, dazu gebracht hatten an seiner Haut fast schon festzukleben.

Selbst jetzt noch, eine Stunde nach dem Aufwachen, bringt die Erinnerung die Röte in seine Wangen und er fühlte sich wie mit 13, als er sich das erste Mal in einen Jungen verliebt hatte. „Und dabei ist es genauso sinnlos heute wie damals“, murmelte er zu sich selbst und sah auf sein Telefon, in welchem die Nummer von Nathan schon wartete gewählt zu werden. Kopf schüttelnd drückte er die nötigen Tasten und wartete auf die Stimme des Jungen am anderen Ende.

Irgendwie hatte der ganze Anruf ihn nicht schlauer gemacht, fuhr es ihm durch den Kopf, als er wieder auflegte. Wieso auch schlauer, stellte er sich die Frage, was erwartete er denn? Er wollte mehr von Nathan wissen, mehr von seiner Familie, von seinem Leben, ob er homosexuell war. Schnell strich er die letzte Frage aus dem Kopf. Was für ein Unsinn! Natürlich war er es nicht! Hatte er seine Freunde nicht gehört? Wer sagte ihm, dass sie nicht sonst zu dritt ihre homophoben Reden schwangen?

Bevor aber noch absurdere Gedanken durch seinen Kopf flogen, öffnete sich ohne großes Klopfen die Tür zu seinem Zimmer und seine Mutter kam rein. Etwas missbilligend sah sie auf das Chaos, dass er hinterlassen hatte, als er gestern nach Hause kam und seine Sachen quer durch den Raum bis zu seinem Schlafzimmer verteilt hatte als er sich auszog.

„Du bist ja noch nicht mal angezogen“, war ihr erster Kommentar. Er sah an sich hinunter und konnte aber nichts Falsches an einem Shirt und einer Jeans sehen.

„Was nennst du das?“, sagte er und zupfte an dem blauen Shirt, was wie er meinte gut seine blauen Augen hervor brachte.

„Danyel Niclas Richard, du wirst dich jetzt sofort umziehen und dann runter kommen. Die Gäste kommen bald. Dein Vater und ich…“

„Du meinst, mein Vater befindet sich in diesem Haus zur gleichen Zeit wie ich? Stimmt, das sollten wir feiern. Ich werde mich gleich in schale werfen“, gab der Blonde für ihn ungewohnt sarkastisch von sich.

„Ich weiß nicht, was in letzter Zeit mit dir los ist, aber ich dulde das Verhalten nicht. Du reißt dich heute Abend gefälligst zusammen. Dein Vater arbeitet sehr hart dafür, dass du so gut leben kannst und alles, was du hier siehst, dein eigenen nennen kannst“, sagte sie gefasst, aber irgendwas in ihren Augen, die so sehr wie seine waren, sagte ihm dass sie nicht so viel anders wie er empfand. Als er anstatt ihr zu antworten den Blick stur nach unten abwandte, ließ sie ihn allein zurück und ein schlechtes Gewissen kam in ihm auf. Immerhin konnte sie nichts dafür. Seufzend trat er das Shirt, welches er gestern getragen hatte, beiseite und öffnete den Schrank, um sich die passende Kleidung rauszusuchen.

Als er die Treppe nach unten ging, empfing seine Mutter gerade ein Paar im mittleren Alter und er konnte weitere Leute im großen Salon auf der linken Seite entdecken. Es war nicht das erste Mal, dass er an so was teilnahm und schon jetzt war ihm klar, der Abend würde genauso langweilig werden wie jeder andere. Man stellte ihn als Sohn und Erbe des Familienunternehmens vor, pries sein Können an, nur um dann über ihn hinweg über Geschäfte zu reden. Nichts hasste er mehr!

Wie es aber schien, war er heute doch nicht der einzige Jugendliche, denn mit dem als nächstes ankommenden Paar trat eine junge und verschüchtert aussehende Rothaarige in das Haus. Nur schwer konnte er das Grinsen unterdrücken, als die Eltern von Elisabeth Susana Keltin sie ebenso wie die seinen in den höchsten Tönen anpreisten. „Sie ist eine begnadete Musikern“, kam es von der Mutter stolz und Dan beobachtete wie sie die Hände nervös zusammen faltete.

„Ich bin Dan“, sagte Danyel, als sie sich Beide nach einiger Zeit in den Garten retten konnten.

„Ich weiß. Deine Eltern haben dich vorgestellt. Ich bin Eliza“, erwiderte sie und schenkte ihm ein schüchternes Lächeln.

„Erinnere mich nicht daran, denn jedes Mal wenn sie das tun, habe ich das Gefühl sie sprechen von jemand anderes“, sagte er nur. Irgendwie war das Eis danach gebrochen und sie kamen vom Klagen des Leids über ihre Eltern zu anderen Themen. Langweilig konnte man den Abend damit zumindest nicht mehr nennen, sagte er sich, als er sie nach dem Austausch von Telefonnummern verabschiedete.
Danyel am 31.1.07 17:17


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